Tiefflüge und Nachtmanöver über Franken: Kinder und Anwohner:innen dürfen nicht den Preis der Aufrüstung zahlen
„Wenn Kinder nach dem Überflug von Militärjets weinen, verängstigt sind und zum Teil sogar von ihren Eltern aus der Schule abgeholt werden müssen, dann ist eine rote Linie überschritten. Tiefflugübungen über bewohnten Gebieten sind keine abstrakte Sicherheitspolitik – sie treffen Menschen ganz konkret in ihrem Alltag“, erklärt die Bundestagsabgeordnete Evelyn Schötz (Die Linke) mit Blick auf den Vorfall in Wemding. Dort wurden am 6. März 2026 Grundschulkinder durch den Überflug von drei Militärflugzeugen derart aufgeschreckt, dass Lehrkräfte die betroffenen Schüler:innen betreuen mussten und Eltern ihre Kinder vorzeitig abholten.[1]
Hintergrund ist die Reaktivierung von sieben Tieffluggebieten in Deutschland zum 27. November 2025. In diesen sogenannten Low Flying Areas kann die Mindestflughöhe für strahlgetriebene Kampfflugzeuge zeitweise auf 250 Fuß, also rund 76 Meter über Grund, abgesenkt werden. Für Bayern ist dabei insbesondere die LFA 7 „Bayern“ relevant. Die amtliche Bekanntmachung verortet dieses Gebiet unter anderem im Raum Ansbach, Roth, Donauwörth und Eichstätt und damit über weiten Teilen Mittelfrankens und angrenzenden Gebieten Schwabens.[2]
Hinzu kommen weitere militärische Übungen in Franken: Für den gesamten April 2026 sind im Landkreis Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim offiziell Hubschrauberlandeübungen einschließlich Nachtlandungen der US-Streitkräfte angekündigt. Betroffen sind dort die Gemeindegebiete Markt Erlbach, Emskirchen, Gallmersgarten, Obernzenn, Uffenheim, Bad Windsheim und Dietersheim. Auch im Landkreis Fürth sind für April US-Manöver mit Außenlandungen und Nachtübungen angekündigt.[3]
„Während Schulen marode sind, Kitas unter Druck stehen und vielerorts bei sozialer Infrastruktur gespart wird, werden die Menschen in Franken mit militärischem Fluglärm und Nachtmanövern belastet. Diese Politik der Aufrüstung ist nicht nur teuer – sie greift auch direkt in das Leben der Menschen ein“, so Schötz.
Weiter erklärt die Abgeordnete:
„Wenn Kampfjets in nur wenigen Dutzend Metern Höhe über Städte und Schulhöfe fliegen, dann ist das kein abstraktes Manöver mehr. Für die Menschen vor Ort wirkt es wie ein Gewitter aus Stahl über ihren Köpfen. Sicherheitspolitik darf nicht bedeuten, dass Kinder in Mittelfranken lernen müssen, mit Militärlärm aufzuwachsen.“
Die Linke fordert deshalb, Tiefflüge und Nachtmanöver über dicht besiedelten Gebieten sowie in der Nähe von Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen auszusetzen. Außerdem brauche es endlich volle Transparenz über Flugzeiten, Routen und Belastungen für die Bevölkerung. Über die US-Amerikanischen Streitkräfte in Deutschland brauche es generell eine Debatte, die Linke fordert hier eine Auflösung der Standorte.
Quellen
[1] Bericht zum Vorfall mit Tiefflügen über Wemding und den Auswirkungen auf eine Grundschule.
https://www.welt.de/article69aae20610f264d5597764f4
[2] Informationen zu Tieffluggebieten der Bundeswehr und Mindestflughöhen.
[3] Amtliche Bekanntmachung zu US-Manövern im April 2026 im Landkreis Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim.

