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Schlechte Pflege, hohes Leid – Linke fordert rasches Handeln der Bundesregierung

Im Qualitätsatlas Pflege des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIdO) vom Juni wurden erhebliche Unterschiede in der Qualität der Versorgung von Pflegeheimbewohner:innen aufgedeckt. Besonders auffällig sind die Defizite bei der Prophylaxe und Prävention, der kritischen Arzneimittelversorgung sowie der dadurch bedingten, vermeidbaren Krankenhausaufenthalte. In einer Kleinen Anfrage hat Evelyn Schötz, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, die Bundesregierung um eine Stellungnahme gebeten, welche Schlussfolgerungen sie aus dieser Studie zieht.

Zu den Antworten der Bundesregierung äußert sich Evelyn Schötz wie folgt: „Die Zahlen sind alarmierend: Vier von fünf Diabetespatient:innen in Pflegeheimen erhalten nicht die jährlichen Augenuntersuchungen, die laut Leitlinien erforderlich wären. Sturzbedingte Krankenhausaufenthalte von Pflegeheimbewohner:innen aufgrund der dauerhaften Verordnung von Schlaf- und Beruhigungsmitteln sind längst keine Einzelfälle mehr, sondern die Regel. Schlechte Pflegequalität führt zu erheblichem Leid und dem Verlust von Selbstständigkeit für die Betroffenen. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

 

Die Antworten der Bundesregierung sind ein Versuch, das Problem im System kleinzureden und die Verantwortung auf andere abzuwälzen. Obwohl der Bericht erhebliche Mängel und Verbesserungspotenziale aufzeigt, sieht die Bundesregierung keinen Änderungsbedarf am bestehenden Qualitätssicherungssystem. Zu mehreren Fragen nimmt sie keine Stellung und offenbart Wissenslücken. Ein echtes Hinterfragen der Ursachen für die Missstände in den Pflegeheimen bleibt völlig aus. Daran zeigt sich: Die Regierung lebt längst in einem Elfenbeinturm, wenn es um die tatsächliche Situation in der Pflege geht.“

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