MdB Evelyn Schötz (Die Linke): „Halbierung des Landespflegegelds ist ein Schlag ins Gesicht für Pflegebedürftige und ihre Familien“

Zur heute im Bayerischen Landtag beschlossenen Halbierung des Landespflegegelds von 1.000 auf 500 Euro erklärt Evelyn Schötz, pflegepolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag und Abgeordnete aus dem Nürnberger Land:

„Diese Kürzung trifft genau die Menschen, die sowieso jeden Cent zweimal umdrehen müssen – Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Wer zu Hause pflegt, stemmt enorme körperliche und psychische Belastungen. Das Landespflegegeld war für viele wenigstens ein kleiner Ausgleich. Jetzt wird es halbiert – mitten in einer Zeit, in der Pflege teurer wird und die Belastungen steigen. Das ist unverantwortlich.“

Die Staatsregierung begründet die Kürzung mit der Stärkung von Versorgungsstrukturen. Dazu Schötz:
„Pflegestrukturen auszubauen ist richtig – aber doch nicht auf dem Rücken der Betroffenen. Familien, die tagtäglich pflegen, brauchen beides: gute Angebote vor Ort und direkte finanzielle Unterstützung. Wer ihnen das Landespflegegeld halbiert, spart an der falschen Stelle.“


Schötz kritisiert zudem, dass die Entscheidung trotz massiver Kritik durchgesetzt wurde:
„Bayern hat ohnehin eines der niedrigsten Pflegegelder im Bundesvergleich. Statt die Leistungen auszubauen, werden sie zusammengestrichen. Das zeigt, welchen Stellenwert Pflege für CSU und Freie Wähler wirklich hat.“


Die Abgeordnete fordert ein Umdenken:
„Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir brauchen eine starke öffentliche Finanzierung, Entlastung für pflegende Angehörige und eine echte Stärkung der Pflegeinfrastruktur – aber ohne Kürzungen bei denen, die ohnehin schon am Limit sind.“