Marcus König macht sich zum Merz-Echo – Nürnbergs Zusammenhalt ist der Preis

Evelyn Schötz (Die Linke) rechnet mit CSU-Oberbürgermeister Marcus König ab.

Die Nürnberger Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der Linken Nürnberg Stadt und Land, Evelyn Schötz, kritisiert den CSU-Oberbürgermeister Marcus König scharf. König hat in einem Interview die Spaltungsrhetorik von Friedrich Merz zur sogenannten „Stadtbild-Debatte“ in unerträglicher Weise verteidigt.

 

​„Wer Herrn Merz beifällig zunickt, verrät seinen Amtseid, die Stadt zusammenzuhalten," erklärt Evelyn Schötz. „Diese CSU-Rhetorik zieht eine klare Linie in unsere Stadt: Sie teilt Nürnberg in 'Wir, die Anständigen' und 'Die anderen, die stören'. Das ist kein Zeichen von Führung, das ist politische Spaltung pur.“

​Als Sprecherin der Linksfraktion für psychische Gesundheit und mit 27 Jahren Berufserfahrung in der psychiatrischen Bezirksklinik weiß Schötz, wovon sie spricht:

​„Wer am Nürnberger Bahnhof ein Problem sieht, sieht meistens soziale Not: Sucht, Krankheit, Wohnungsnot. Diese Menschen habe ich in der Psychiatrie 27 Jahre lang begleitet. Sie sind keine Feinde, Herr König, sie sind Patienten und Bürger! Es ist feige und verantwortungslos, diese sozialen Brennpunkte jetzt einfach Migranten anzuhängen, statt endlich die notwendigen Hilfsangebote zu schaffen."

​Die Linken-Politikerin wirft König vor, vom eigenen Versagen abzulenken:

​„Die Probleme in Nürnberg heißen Mietwucher, Armut, Drogennot und ein massives Defizit im sozialen Netz – sie heißen nicht 'Migration'," stellt Schötz klar. „Herr König macht es sich zu einfach: Es ist bequemer, mit dem Finger auf eine 'migrantische Gruppe' zu zeigen, als die eigene Verantwortung für das seit Jahren vernachlässigte soziale Sicherheitsnetz zu übernehmen.“

​Für Schötz ist die Botschaft an den OB deutlich:

​„Ein Oberbürgermeister hat die Pflicht, seine Stadt zu schützen und zusammenzuführen, nicht Merz' Brandbeschleuniger zu spielen. Nürnberg ist stark, weil Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte hier gemeinsam leben und arbeiten – nicht weil man sie gegeneinander ausspielt. Schluss mit dieser Rhetorik.“