„Kontaktgebühr“ ist eine Krankheitsteuer – wir brauchen eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen
Zu den Vorstößen des KBV-Vorsitzenden Andreas Gassen für eine „Kontaktgebühr“ von drei bis vier Euro bei jedem Arztbesuch erklärt Evelyn Schötz, MdB (Die Linke):
„Diese Kontaktgebühr ist nichts anderes als eine Krankheitsteuer. Wer krank ist, soll zahlen – und wer wenig Geld hat, überlegt sich den Arztbesuch zweimal. Das trifft besonders chronisch Kranke, Ältere, Familien und Menschen mit psychischen Erkrankungen. Und ehrlich: So ein Vorschlag kann nur von jemandem kommen, der seine Schäfchen längst im Trockenen hat – und nicht davon betroffen ist, wenn am Monatsende jeder Euro zählt.“
Gassen schlägt eine neue Gebühr pro Arztkontakt vor; parallel wird über höhere Zuzahlungen, etwa im Krankenhaus, diskutiert.
„Das Problem sind nicht ‘zu viele Arztbesuche’, sondern ein ungerechtes System: Während Beschäftigte und Rentnerinnen die Last tragen, bleiben hohe Einkommen und Vermögen weitgehend außen vor. Die Linke fordert eine solidarische Bürgerversicherung, in die alle einzahlen – auch Beamte, Selbstständige und Abgeordnete sowie mit allen Einkommensarten. Dann braucht es keine neuen Hürden für Patientinnen und Patienten.“
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat einer Praxisgebühr 2.0 zuletzt eine Absage erteilt.

