Facharzt nur noch mit Hausarzt-Erlaubnis – das ist kein Fortschritt, das ist eine Gefahr!
Nürnberg, 9. April 2025 – CDU, CSU und SPD planen mit ihrem sogenannten „Primärarztsystem“ eine tiefgreifende Veränderung im Zugang zu Facharztbehandlungen. Künftig sollen Patient:innen in der Regel zuerst eine Haus- oder Kinderarztpraxis aufsuchen müssen, bevor sie einen Facharzttermin bekommen – mit Ausnahme von Augen- und Frauenärzt:innen.
Nürnberg, 9. April 2025 – CDU, CSU und SPD planen mit ihrem sogenannten „Primärarztsystem“ eine tiefgreifende Veränderung im Zugang zu Facharztbehandlungen. Künftig sollen Patient:innen in der Regel zuerst eine Haus- oder Kinderarztpraxis aufsuchen müssen, bevor sie einen Facharzttermin bekommen – mit Ausnahme von Augen- und Frauenärzt:innen.
Evelyn Schötz, Bundestagsabgeordnete der Linken warnt: „.Was hier als Strukturreform verkauft wird, bedeutet für viele Menschen vor allem eins: längere Wege, mehr Bürokratie und noch längere Wartezeiten auf notwendige Behandlungen. Besonders in ländlichen Regionen, wo Hausarztpraxen schon jetzt überlastet sind oder fehlen, wird das zum echten Problem. Dort werden besonders Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, ein Problem haben. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass das Zwei-Klassen-System weiter ausgebaut wird, wenn nämlich Privatpatienten die Hausarztpflicht umgehen können oder Besserverdienende sich gegen Gebühr einen Facharzttermin ohne Erlaubnis des Hausarztes leisten können."
Ein weiterer kritischer Punkt: Der Zugang zu Fachärzt:innen hängt künftig von der Diagnosefähigkeit des Hausarztes oder der Hausärztin ab – und das kann gravierende Folgen haben.
„Hausärzt:innen leisten großartige Arbeit, aber sie können nicht jede komplexe Erkrankung sofort erkennen. Wenn die Entscheidung über einen Facharzttermin an der Hausarztpraxis hängen bleibt, drohen Fehldiagnosen, unnötige Verzögerungen – und im schlimmsten Fall gesundheitliche Schäden für die Patient:innen“, so Schötz weiter.
DIE LINKE fordert stattdessen den Ausbau der ambulanten Versorgung, die Entlastung von Hausärzt:innen und eine solidarische Finanzierung des Gesundheitssystems.
Auch bei der angekündigten Pflegereform bleibt die Ampel vage. Statt konkreter Verbesserungen für Pflegekräfte und Pflegebedürftige gibt es nur eine weitere Arbeitsgruppe.
Evelyn Schötz abschließend: „Diese Koalition verwaltet den Mangel – wir wollen ihn beheben. Pflege braucht bessere Bezahlung, verbindliche Personalstandards und eine Pflegevollversicherung, die alle solidarisch finanziert wird. Nur so kann Pflege menschenwürdig und bezahlbar bleiben.“

