Statt Aktivrente: Eine auskömmliche Rente für alle

Die ab 2026 geplante Aktivrente der Großen Koalition soll es Rentner:innen ermöglichen, steuerfrei bis zu 2000 Euro zur Rente hinzuzuverdienen. DIE LINKE kritisiert das Modell als sozial ungerecht. „Was gut klingt, ist noch lange nicht gut gemacht“, sagt Evelyn Schötz, Bundestagsabgeordnete der Linken. „Dieses Konzept ist ein Geschenk an die, die es am wenigsten brauchen. Für alle anderen bedeutet es Weiterschuften im Alter.“

Schötz spricht aus Erfahrung: „Ich war fast 30 Jahre als Pflegekraft in einer Bezirksklinik in Mittelfranken tätig. Pflege ist – wie viele andere Berufe – körperlich extrem belastend. Viele Kolleg:innen schaffen es gar nicht bis zur Rente. Ähnlich geht es Menschen in der Baubranche oder im Einzelhandel. Für uns ist dieser Vorschlag ein Schlag ins Gesicht – und Ausdruck mangelnden Respekts vor unserer Lebensleistung.“

Die Linke stellt dem Konzept der Aktivrente ein eigenes Rentenmodell entgegen.

„Wir sagen klar: Das ist Zwei-Klassen-Rentenpolitik. Nur wer gesund, körperlich fit und nicht arbeitslos ist, profitiert. 2000 Euro dazuzuverdienen – das ist für viele schlicht unrealistisch. Wer im Alter noch so viel arbeitet, hat keine Zeit für Erholung, Enkel oder Ehrenamt“, so Schötz.

Die Linke fordert stattdessen:

  • eine armutsfeste Mindestrente von 1.400 Euro netto im Monat,
  • eine solidarische Rentenversicherung, in die alle einzahlen – auch Abgeordnete, Selbstständige und Beamte, ein Ende der Doppelbesteuerung von Renten.

„Wer jahrzehntelang gearbeitet hat, verdient einen Ruhestand in Würde – ohne Existenzangst und ohne Nebenjob“, so Schötz abschließend.